Fibromyalgie und die Auswirkungen auf deine Freunde und Familie

Fibromyalgie und die Auswirkungen auf deine Freunde und Familie

Wenn dein ganzes Leben von chronischen Schmerzen und Fibromyalgie betroffen ist, wird die Unterstützung von Freunden und der Familie noch notwendiger. Doch ironischerweise werden gerade die Beziehungen zu den Freunden, die man zu der Zeit am dringendsten braucht, auch am größten belastet. Diese Beziehungen können uns entweder helfen, mit unserem Zustand klar zukommen, oder wir fühlen uns komplett missverstanden, ausgegrenzt oder von einigen sogar beschuldigt. Wenn du aber mit letzterem noch zusätzlich zu deinen Krankheitssymptomen konfrontiert wirst, ist das niederschmetternd. Ich habe diesen Artikel geschrieben um besser zu verstehen, wie sich durch unsere Schmerzen Beziehungen zu anderen verändern und wie wir damit besser umgehen können.

Veränderungen

Susan Milstrey Wells schrieb in ihrem Buch „Ein heikle Balance: Erfolgreich mit chronischer Krankheit leben“: „Den Menschen, die uns lieben, erscheinen wir wie Fremde, die auf einmal eine andere Sprache sprechen. Sie wünschen sich, dass wir immer noch die arbeitende Mutter sind, der Vater, der im Garten Fußball spielt und der Freund, der mit ihnen mittags essen geht.
Gleicherweise möchten wir auch immer noch als derselbe liebevolle Ehepartner und Freund behandelt werden. Ein großer Teil der Verantwortung, die Beziehung am Leben zu erhalten, liegt bei uns. Wir müssen unsere Familie mit unserer Krankheit bekanntmachen und ihnen erlauben, ihre Gefühle offen zu zeigen. Auch sollten wir unsere Grenzen klar und unmissverständlich kommunizieren und uns bewusst sein, dass diese Änderungen alles aus dem Gleichgewicht bringen werden.“
„Manchmal verlieren wir Freunde, weil wir ein gemeinsames Hobby nicht mehr teilen können, oder weil wir einfach nicht mehr so gut drauf sind wie sonst“, sagt Susan Milstrey Wells. „Manchmal wissen unsere Freunde einfach nicht, wie sie sich uns gegenüber verhalten sollen, wenn wir krank sind.“
Von engen Freunden derart missverstanden zu werden und die Nähe zu ihnen zu verlieren tut natürlich weh, denn wir sind soziale Geschöpfe und brauchen die anderen.

 

Fibromyalgie und FreundeChronische Schmerzen und soziale Kontakte

Ein soziales Leben in Einklang mit chronischen Schmerzen und Krankheit zu bringen, kann hochgradig frustrierend sein. Wer will schon einen Freund, der Verabredungen immer in der letzten Minute absagt? Der immer behauptet, dass er sich mit dir mal wieder bei einer Tasse Kaffee auf den neuesten Stand bringen will, und es doch nie dazu kommt?
Unsere Krankheit ist nie konstant, nie vorhersehbar, das macht die Sache so schwierig. Einerseits möchten wir ja nicht ständig Unternehmungen mit Freunden planen, die wir dann doch wieder absagen müssen – andererseits wollen wir uns auch nicht unnötig isolieren.
Die ständige Unsicherheit, wie man sich fühlen wird, macht die Planung fast unmöglich. Du weißt ja nie vorher, wann deine Schmerzen auftreten werden und wenn ja, wie stark. Sich vor einem wichtigen Termin tagelang auszuruhen, hilft auch nicht, da es dich am Tag X trotzdem treffen kann. Es ist wirklich eine Herausforderung, an jeden Tag mit dieser Unbestimmtheit heranzugehen. Versuche trotzdem nicht daran zu denken, dass andere irgendetwas von dir erwarten. Es hilft nichts, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, dass man andere in irgendeiner Weise enttäuschen wird. Meistens müssen wir es einfach versuchen und auf das Beste hoffen.

In der letzten Minute absagen

Ein Krankheitsschub kann uns von einem Moment auf den anderen in ein Wrack verwandeln. Zwar tun wir alles, was in unserer Macht steht, Verabredungen einzuhalten, doch manchmal sind wir einfach machtlos. Du kennst deine Symptome am besten. Sag deinen Freunden geradeheraus, wenn du die Pläne ändern musst. Fühl dich auch nie verpflichtet, alle Gründe durchzukauen oder dich lang und breit dafür zu entschuldigen, auch wenn du Schuldgefühle hast. Das wird dich nur noch weiter runterreißen.

Eine Verabredung – ein ganzer Tag an Planung

Sogar kleine Vereinbarungen, z.B. ein Spaziergang mit Freunden, bedeuten, dass der ganze Tag um dieses eine Event herumgeplant werden muss. Aus Angst, das Treffen zu gefährden, passen wir doppelt auf, wie wir unsere Energie verwenden. Wenn wir also absagen müssen, ist nicht nur die Verabredung, sondern der ganze Tag im Eimer – nicht nur wegen der Schmerzen, sondern auch weil wir unseren Freund nicht sehen konnten. Nur wenige können diese ganze Bandbreite verstehen. Doch diese Freunde sind die wertvollsten, da sie weder wütend auf uns werden noch sich verletzt fühlen, wenn wir wieder einmal kurz vorher absagen. Sie verstehen, dass wir tun was wir können und es einfach nicht immer nach Plan läuft.

Anders behandelt werden

Wenn du eine Krankheit hast, die andere schwer verstehen, führt das dazu, dass sie dich anders behandeln. Sogar die Personen, die uns voll unterstützen, ändern ihr Verhalten uns gegenüber. Wir wollen aber doch als vollständig Erwachsene behandelt werden, und nicht als „der mit den Schmerzen“, oder gar als unselbständige Kinder.
Toni Bernhard schreibt: „Es gab schon Leute, die wie mit einem Kind mit mir geredet haben. Es gibt sogar ein eigenes Wort dafür: Infantilisierung. Es setzt mich unter Stress, nie vorhersagen zu können, wie andere mich behandeln. Werden sie verstehen, dass ich immer noch erwachsen bin? Werden sie mit mitleidiger Stimme mit mir reden? Oder werden sie sich von mir fernhalten, als ob ich ansteckend wäre?“
Für den Umgang mit dieser Unsicherheit bietet Toni zwei Strategien: „Erstens denke ich darüber nach, wie derjenige wohl aufgewachsen ist – er meint es gut, aber kann es nicht besser. Das hilft mir, so ein Verhalten nicht persönlich zu nehmen. Zweitens erinnere ich mich daran, dass ich in meinem Herzen ja weiß, dass ich eine vollwertige Person bin, und das reicht mir.“

 

Über den Schmerz reden

Wenn wir nie über unsere gesundheitlichen Probleme sprechen oder sogar nach außen hin vorgeben, ‚gesund‘ zu sein, riskieren wir, dass andere völlig falsch einschätzen, was wir leisten können und was nicht. Noch dazu verschenken wir die Gelegenheit, nötige Unterstützung zu bekommen, sei es auf psychische oder praktische Weise. Natürlich ist es von der eigenen Persönlichkeit abhängig, wie sehr man sich öffnet. „Es ist eine Gratwanderung, genau so viel preiszugeben, dass die Leute dich verstehen, ohne dass es negative Auswirkungen auf dein Verhältnis zu ihnen hat“, sagt Lynette Menefee Puiol, Ph.D. Sie empfiehlt auch, einige Sätze vorzubereiten, die man benutzen kann, wenn man nicht viel sagen möchte, z.B: „Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber ich danke dir, dass du dich um mich Sorgen machst.“ Einige Schmerzpatienten verwenden auch ein Zeichen oder ein Nummernsystem, wenn es ihnen gerade schwerfällt, zu sprechen.

Die Grenzen überschreiten

Da andere unsere Schmerzen nicht sehen können, fällt es ihnen manchmal schwer zu glauben, dass jemand, der gesund aussieht, so viele gravierende Symptome haben und derart eingeschränkt sein kann. Und egal wie oft wir unsere Umstände schon erklärt haben, oft fühlen wir uns sogar von denen, die uns am meisten lieben, nicht verstanden. Einige Male zeigen auch diejenigen, von denen wir bisher dachten, sie hätten uns verstanden, dass dem nicht so ist. Das tut natürlich weh und führt oft dazu, dass man um der anderen willen mithalten möchte, obwohl man eigentlich nicht dazu in der Lage ist – und am Ende muss man dafür bezahlen.

 

Unvorhersehbare Symptome

Jeder mit einer schmerzhaften neurologischen Erkrankung weiß, wie kompliziert es ist, mit unvorhersehbaren Symptomen und Einschränkungen fertigzuwerden. Familienmitglieder denken vielleicht, dass wir in der Lage wären, gewisse Tätigkeiten auszuführen, haben aber keine Ahnung, wie schmerzvoll das für uns ist. Auch sind sie verwirrt, wenn wir uns danach hinlegen und ausruhen müssen, bis der unsichtbare Schmerz nachgelassen hat. All das kann dazu führen, dass sie an unserer Aufrichtigkeit zweifeln und sogar unser Leiden insgesamt in Frage stellen, was wiederum Auswirkungen auf das Vertrauen in unserer Beziehung hat.

 

Veränderte Bedürfnisse, veränderte Beziehungen

Alle Patienten mit chronischen Schmerzen teilen den Wunsch, verstanden zu werden. Wir möchten kein Mitleid, sondern Verständnis. Anfangs begegnen uns unsere Lieben vielleicht noch mit Freundlichkeit und echter Sorge, doch das ändert sich manchmal, wenn sich unser Zustand auf lange Zeit hin nicht bessert. Der Freund, der bisher jede Woche mit dir ausgegangen ist, ist des Wartens vielleicht müde, und die Familie frägt auch nicht mehr nach, wie es dir geht. Wenn sogar die, die dich bisher unterstützt haben, dessen müde werden, such in dir selbst Trost durch deine eigene innere Stärke. Erinnere dich auch daran, dass immer wieder neue Leute in dein Leben kommen werden, persönlich oder auch online, von denen du dir Unterstützung erhoffen kannst.

 

Abstand von Krankheit und Schmerzen

Einen geliebten Menschen leiden zu sehen führt zu Gefühlen der Hilflosigkeit. Furcht, Enttäuschung und Verlust kommen möglicherweise noch dazu. Diese Emotionen können ein machtvoller Antrieb sein. Natürlich tut uns das weh, wenn sich jemand zurückzieht, doch für manche ist es der einzige Weg, damit umzugehen. Sei dir bewusst, dass auch die anderen täglich mit Herausforderungen und Schwierigkeiten fertig werden müssen. Jeder hat sein eigenes Leben zu leben, und ihre Entscheidung hat viel mehr mit ihnen selber als mit uns persönlich zu tun.

 

Loslassen

Ich hatte einmal eine Freundin, der freundlichste Mensch den du dir vorstellen kannst. Doch als das mit meiner Krankheit anfing, war trotz all der Sorge und des Mitgefühls schon ein gewisser Abstand spürbar. Das führte zu immer selteneren Besuchen, bis offensichtlich war, dass sie sich wegen meiner Schmerzen unwohl fühlte. Ironisch, nicht war, schließlich waren es ja meine und nicht ihre. So wie sie gibt es viele Menschen, bei denen Rückzug der einzige Weg ist.
Während sich einige Beziehungen durch die chronische Krankheit noch vertiefen, müssen wir bereit sein, andere gehen zu lassen. Das ist natürlich generell Teil des Lebens, aber durch unser Leiden wird diese Tatsache noch erschwert. Konzentriere dich nicht auf die Traurigkeit, die der Verlust einer Beziehung mit sich bringt, sondern lass los, hab Mitgefühl für beide Parteien und denk daran, dass neue Freunde in den Leben treten werden.

Mitgefühl

Mitgefühl für dich selbst ist bei Fibromyalgie äußerst wichtig. Du musst dich selbst lieben und deine eigenen Grenzen akzeptieren. Wenn wir zu hart mit uns selbst sind und dann noch liebe Freunde verlieren, macht es alles noch schlimmer. Denk daran, dass du dein Bestes gibst und mit extrem schwierigen Umständen klar kommen musst. Behandle dich selber daher freundlich. Du musst dir selbst mitsamt deinen Schmerzen ein guter Freund sein, ohne Kritik, ohne hartes Urteil, ohne das ganze Drama. Es bedeutet, dich von innen heraus zu akzeptieren, uneingeschränkt zu lieben und genau zu verstehen. Jack Cornfield, ein Autor und Lehrer, sagt: „Dein Mitgefühl muss dich selbst miteinschließen, sonst ist es nicht vollständig.“

Freunde finden

Eine großartige Chance ist, Freunde zu finden, die dich und deine Herausforderungen völlig verstehen. Mit anderen in Kontakt zu sein, die ähnliche Symptome haben und ebenfalls mit chronischen Schmerzen leben müssen, gibt Kraft und Trost. Auch wenn diese Personen eine ganz andere Krankheit haben, bringen sie die benötigte Erfahrung mit und können dich aufbauen und ermuntern. Wenn du erst kürzlich diagnostiziert worden bist und jetzt Angst hast, Freunde zu verlieren, denk daran: es werden so viele neue Personen in dein Leben treten: mutige, inspirierende, mitfühlende Menschen. Viele haben die Erfahrung gemacht, dass sich ihr Freundeskreis nach der Diagnose sogar noch erweitert. Die Fähigkeit des Menschen, mit anderen Kontakt aufzunehmen, kann selbst Fibromyalgie nicht verhindern.

 

Wie sind Deine Erfahrung mit Freunden und Familie? Welche Strategien oder Tipps hast Du dazu? Ich freue mich über Deine Anregungen.. 🙂

Fibromyalgie-Übersäuerung –  Kann eine Entsäuerung Linderung bei FMS bewirken?

Fibromyalgie-Übersäuerung – Kann eine Entsäuerung Linderung bei FMS bewirken?

Denkt man bei Fibromyalgie-Übersäuerung an Säuren und Basen, befürchtet man gleich, sich mit chemischen Formeln beschäftigen zu müssen.
Doch für deine und meine Gesundheit ist es ganz einfach: Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt entsteht, wenn genug basische Stoffe vorhanden sind, um die sauren Stoffe zu neutralisieren! Ein Säure-Basen-Gleichgewicht liegt bei einem pH-Wert von 7 – 7,4.

Wie vermeiden wir Fibromyalgie-Übersäuerung und beeinflussen unser Gleichgewicht? Unsere Ernährung, Bewegungsverhalten, Schlafgewohnheiten haben einen wesentlichen Einfluss auf unser Säure-Basen-Gleichgewicht – und damit auch auf unser Wohlbefinden!

Säurebildner in der Ernährung:
• Fleisch und jede Art von Wurst
• Fisch und Meeresfrüchte
• Eier, Käse
• Getreideprodukte (besonders Weizen) wie Brot, Nudeln etc.
• Hülsenfrüchte
• Kaffee, Alkohol, Softdrinks wie Limonaden und Coca Cola
• Teesorten wie schwarzer, grüner, weißer Tee und Früchtetee
• Industriezucker
Was haben fast alle diese Lebensmittel gemeinsam? Sie besitzen eine hohen Eiweißgehalt – ein Haupterkennungszeichen säurebildender Lebensmittel. Eiweiß verstärkt die Säurebildung im Stoffwechsel.

Fibromyalgie-Übersäuerung und Bewegung

Jede körperliche Bewegung bringt eine Säurebelastung mit sich. Warum? Bereits nach 5 Min sinkt der PH- Wert unter 7 und es dauert ca 20 Min bis er sich wieder auf 7,4 neutralisiert. Das heißt, je intensiver wir Sport betreiben, umso saurer werden wir. Flüssigkeitsverlust und eine geringere Sauerstoffversorgung der Muskeln setzt Milchsäure und Ketonsäure frei. Werden diese Säuren nicht neutralisiert kommt es zu Muskelschmerzen und Krämpfen, sowie Schwächegefühlen.
Wenn du also Muskelschmerzen und Krämpfe bekommst, bist du schon übersäuert. Kannst du dem Vorbeugen? Ja. Basenreiche Ernährung wirkt dem entgegen.

Genügend Schlaf bei Übersäuerung und Fibromyalgie?

Wir wissen wie wichtig genügend Schlaf für uns ist. Ideal sind 8 Stunden Schlaf pro Tag. Ist es jedoch egal, wann wir Schlafengehen? Nein. Der Vormitternachtsschlaf ist nachgewiesen der Erholsamste. Nachts, wenn wir schlafen, arbeitet unser Stoffwechsel – die Leber entgiftet den Körper, Hormone die nur im Tiefschlaf aktiv werden, wie Somatotropin regulieren den Zucker-, Fett-, Eiweißstoffwechsel. Haut und Nervensystem fahren runter und erholen sich vom Alltagsstress. Die Frage ob Schlaf Säuren abbaut, kann also definitiv mit „Ja“ beantwortet werden.

Müdigkeit durch Übersäuerung

Was der Körper während des Schlafes für Funktionen übernimmt, haben wir betrachtet. Bei Müdigkeit spielen viele Faktoren zusammen. Vor allem kann ein andauernder Müdigkeitszustand das Resultat langanhaltender Entsäuerungsversuche deines Körpers bedeuten. Besonders als Fibromyalgie-Patienten hat unser Körper sensible Grenzen. Bekommen wir auf Dauer nicht genügend basische Energielieferanten, kann der Körper auch seinen Stoffwechselfunktionen nicht ordentlich nachkommen. Also versucht er das zu verwerten, was wir ihm zuführen. Wenn das ständig zu saure Nahrungsmittel sind, sinken automatisch deine Kraft und Energie. Der Körper braucht viel länger um ein Gleichgewicht herzustellen. Wir regieren mit Müdigkeit und Kraftlosigkeit.

Symptome der Übersäuerung und Symptome der Fibromyalgie – gibt es Gemeinsamkeiten?

Eine Übersäuerung des Körpers ist oft die Ursache oder Folge einer oder mehrerer Erkrankungen. Je länger der Körper schon übersäuert ist, desto weniger Puffersysteme besitzt er und umso mehr Probleme treten auf. Unsere Schmerzrezeptoren reagieren sehr empfindlich auf eine Übersäuerung. Kann unser Blut keine Säuren mehr speichern, werden diese abtransportiert. Ein Landeplatz für überschüssige Säuren ist das Bindegewebe. Das Bindegewebe speichert diese solange bis sie abgebaut werden. Dafür braucht es aber Mineralstoffe, welche besonders aus den Knochen und Muskeln gelöst werden. Fehlen diese Mineralstoffe, bekommst du Schmerzen, Muskelverhärtungen bis hin zu dauerhaften Schädigungen wie Arthritis und Osteoporose.

Verdauungsprobleme durch Übersäuerung bei Fibromyalgie

Zu den Verdauungsorganen gehören unter anderem der Magen und Darm. Gerade in diesem Bereich können bei zu saurer Ernährung Probleme auftreten wie: Krämpfe, Übelkeit, Durchfall und Verstopfung. Wenn wir unseren Magen z.B. mit zu viel säurehaltigen Speisen verwöhnen, schafft er es nicht mehr diese zu neutralisieren. Wir fangen an zu übersäuern. Säuren aus dem Zwölffingerdarm und ähnlichen verschlimmern diesen Zustand. Hält dieser Zustand länger an, können die Schleimhäute angegriffen werden. Hat man dann noch eine Immunschwäche, wie bei Fibromyalgie üblich, schafft der Körper es sehr schwer diese Entzündungen zu bekämpfen. Chronische Erkrankungen wie z.B. ein Reizdarm können die Folge sein.

Depressive Verstimmungen und Depressionen durch Übersäuerung

Jede Situation im Leben, ruft spezielle Prozesse im Körper hervor. Bei Stresssituationen z.B. werden vermehrt Hormone frei gesetzt, wie Kortisol, Adrenalin und Noradrenalin. Diese wirken direkt auf Atmungs- Verdauungs- und Durchblutungsprozesse. Die Folge ist unter anderem zu wenig Sauerstoff im Körper und Nährstoffverluste der Nahrungsaufnahme. Der Teufelskreislauf setzt sich fort, indem wichtige Hormone wie Serotonin, das Glückshormon, nicht mehr ihre Wirkung erzielen. Das Ergebnis kann ein psychisch-mentaler Abstieg sein.

Dein besseres Verständnis über das Säure-Basen-Gleichgewicht trägt dazu bei, dass du dich bewusster ernähren kannst und dadurch besser fühlst. Versprochen. Ich selber finde es sehr schwierig auf vieles zu verzichten was ich gerne esse und trinke – aber das ich mich besser fühle ist es wert!

Wie machst du das? Welche Strategien oder Tipps hast du zu dem Thema?

Fibromyalgie Schmerz Management

Fibromyalgie Schmerz Management

Chronischer Fibromyalgie-Schmerz ist nicht nur ein Zustand, es ist ein Full-Time-Job

Wenn du deine Erkrankung nicht bei jeder Aktivität berücksichtigst, wird sie es dir in der nächsten Nacht, dem nächsten Tag, oder sogar tage- und wochenlang heimzahlen. Den Schmerz zu managen, ist eine Art Kunst. Dazu gehört gute KRAFTEINTEILUNG und RUHEPAUSEN, denn das ist ein Schüssel, deinen Schmerz so weit wie möglich unter Kontrolle zu halten.

Der Schlüssel zu erfolgreichem Schmerzmanagement dreht sich größtenteils um deine Einstellung zu dem Schmerz. Negative Gedanken können dich von positiven Aktionen abhalten. Es ist schwer, dir selbst zu helfen, wenn du depressiv oder mit negativen Gefühlen gefüllt bist. Die Auswirkungen auf bestimmte Situationen sowie deine eigenen Reaktionen und Gedanken zu erkennen, kann dir helfen, zurechtzukommen.

Es gibt verschiedene Ansätze,… Entspannungstechniken, Schmerzeinteilung, bewusste Bewegungen, psychologische Techniken zur Überwindung negativer Gefühle und Reduzierung von Depression, freie Heilkunde und gesundes Essen (Genuss ist auch gut, sei nicht zu streng mit dir) kann dir alles helfen mit Schmerz zu leben und ihn zu bewältigen.

 

Schwankende Symptome und unberechenbarer Fibromyalgieschmerz

So wie deine Symptome unberechenbar variieren, so schwankt auch deine Möglichkeit, deinen Schmerz zu kontrollieren. Es kann an einigen Tagen unglaublich schwer sein, nach vorne zu schauen, aber ich schreibe hier um dir zu helfen, dein Leben mit Fibromyalgie zu meistern, sich mit dir an guten Tagen zu freuen und dich durch schlechte Tage zu tragen. Manchmal denke ich mir, keiner versteht mich. Ich kämpfe täglich mit einem Monster, das sonst keiner sieht. Manche stören sich vielleicht an der Unberechenbarkeit des Schmerzes, aber sie fühlen es ja auch nicht. Es ist viel störender für uns, die wir damit leben müssen. Ich kann nie im Voraus sagen, ob und wie schlimm der nächste Tag wird.

Folgende 4 Faktoren arbeiten gegen uns und sorgen für einen regelrechten Teufelskreis:

  • ENERGIE
    Mit deinen Schmerzen fertig zu werden, kostet dich Energie. Ein Mangel an Energie macht es dir schwerer, fit zu bleiben.
  • SCHLAF
    Schmerzen und Sorgen machen es schwer, gut zu schlafen. Fehlt dir Schlaf, wird der Schmerz schlimmer und kostet dich Energie.
  • AKTIVITÄT
    Schmerz und Kraftmangel machen es dir schwer, aktiv zu sein. Ein Mangel an Bewegungsübungen verschlimmert den Schmerz.
  • GEMÜT
    Chronische Schmerzen und die Grenzen, die sie dir setzen, können zu Depression, Wut und Angst führen. Diese Gefühle machen die Schmerzbewältigung schwerer.

 

Was ist Schmerz?

Zu verstehen, wie dein Körper Schmerz erfährt, kann dir helfen damit besser zurecht zu kommen. Menschen neigen dazu, den Schmerz, den sie fühlen, mit der betroffenen Körperpartie zu assoziieren. Eigentlich ist es aber nur ein Schmerzempfinden: Als Antwort auf eine Verletzung gibt der Körper elektrochemische Signale ab die durch Nervenstränge über das Rückenmark in unserem Gehirn ankommen, wo sie als Schmerzerfahrung abgespeichert werden. Es ist dein Gehirn und Nervensystem.

Wenn du dir zum Beispiel den Arm verletzt, ist der Schmerz nicht in deinem Arm, es ist ein Schmerzempfinden. Es sind spezielle Schmerzrezeptoren, die sich aktivieren, wenn du dich verletzt oder eine Verletzung möglich ist, zum Beispiel, wenn du dir die Haut geschnitten hast. Wenn das Hautgewebe tief genug eingedrückt wurde, feuern die Rezeptoren direkt eine Antwort ab. Dieser Impuls reist durch den Nerv ins Rückenmark und direkt ins Hirn und das alles innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde.

Schmerz kann ein aktues Signal sein, dass dir eine Verletzung anzeigt. Im oben genannten Fall sollte das Schmerzempfinden stoppen, sobald dein Arm geheilt ist, weil die Rezeptoren keinen Gewebeschaden oder eine potenzielle Verletzung mehr entdecken können. Das nennt man akuten Schmerz. Akuter Schmerz bleibt nicht bestehen, nachdem die Verletzung geheilt ist.

Bei Fibromyalgie feuern die Schmerzrezeptoren weiter Schmerzimpulse ab. Es mag gar keine physische Schmerzursache vorliegen, aber das Schmerzempfinden ist dasselbe als wenn es so wäre. Das macht es so schwer, chronischen Schmerz zu binden und damit umzugehen. Der Schmerz verursacht neue Verbindungen und Veränderungen in unserem Nervensystem, genannt Neuroplastik. Hier „lernt“ das Gehirn, Schmerzsignale immer weiter auszusenden. Das Gehirn kontrolliert die Nerven und sagt ihnen, wie sensibel sie sein sollen. Wenn es beunruhigt ist, fordert es „mehr Informationen“ von den peripheren Nerven, sodass sie mit mehr und mehr Schmerzimpulsen antworten um zu stimulieren, dass eigentlich kein physischer Grund für Schmerz existiert.

Nachrichten über den Schmerz gehen nicht nur zum Gehirn, sie gehen auch wieder zurück. Es ist diese Zwei-Wege-Funktionalität, die der Hauptunterschied zwischen früheren Überzeugungen über Schmerz und moderne Schmerzwissenschaft ist. Es gibt jetzt umfangreiche Beweise dafür, dass sich die peripheren Nerven physisch und chemisch verändern können.
Dies kann die Reaktion auf diese Hirnsignale, Gewebebedingungen oder beides sein. Deine Schmerzen werden nicht nur zunehmend „lauter“. Der Fibro-Schmerz „fühlt“ sich anders an – verändert sich.
Wir können nur fühlen was uns unser Gehirn uns erlaubt.
So können sogar „laute“ sensorische Botschaften fast nicht mehr zu hören sein das sie durch das zentrale Nervensystem gefiltert werden.
Umgekehrt können „ruhige“ sensorische Botschaften stark verstärkt werden, was die Intensität der Schmerzen, die du jetzt fühlst, verschlechtert. Die Qualität und Intensität der Schmerzerfahrung ist das Ergebnis all dieser neurologischen Filter.

Akuter Schmerz

Menschen neigen dazu, den Schmerz, den sie fühlen, mit der betroffenen Körperpartie zu assoziieren. Eigentlich ist es aber nur ein Schmerzempfinden: Als Antwort auf eine Verletzung gibt der Körper elektrochemische Signale ab die durch Nervenstränge über das Rückenmark in unserem Gehirn ankommen, wo sie als Schmerzerfahrung abgespeichert werden. Es ist dein Gehirn und Nervensystem.
Wenn du dir zum Beispiel den Arm verletzt, ist der Schmerz nicht in deinem Arm, es ist ein Schmerzempfinden. Es sind spezielle Schmerzrezeptoren, die sich aktivieren, wenn du dich verletzt oder eine Verletzung möglich ist, zum Beispiel, wenn du dir die Haut geschnitten hast. Wenn das Hautgewebe tief genug eingedrückt wurde, feuern die Rezeptoren direkt eine Antwort ab. Dieser Impuls reist durch den Nerv ins Rückenmark und direkt ins Hirn und das alles innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde.
Schmerz kann ein aktues Signal sein, dass dir eine Verletzung anzeigt. Im oben genannten Fall sollte das Schmerzempfinden stoppen, sobald dein Arm geheilt ist, weil die Rezeptoren keinen Gewebeschaden oder eine potenzielle Verletzung mehr entdecken können. Das nennt man akuten Schmerz. Akuter Schmerz bleibt nicht bestehen, nachdem die Verletzung geheilt ist.

Chronischer Schmerz

Bei chronischen Schmerzen ist das völlig anders. Hier kommen zahlreiche Wechselwirkungen zwischen dem äußerem Schmerz-Reiz und dem Schmerzsystem hinzu – sowohl auf körperlicher als auch auf psychosozialer Ebene. Deshalb ist auch die Behandlung von akuten Schmerzen anders als die von chronischen Schmerzen.
Bei Fibromyalgie feuern die Schmerzrezeptoren weiter Schmerzimpulse ab. Es mag gar keine physische Schmerzursache vorliegen, aber das Schmerzempfinden ist dasselbe als wenn es so wäre. Das macht es so schwer, chronischen Schmerz zu binden und damit umzugehen. Der Schmerz verursacht neue Verbindungen und Veränderungen in unserem Nervensystem, genannt Neuroplastik. Hier „lernt“ das Gehirn, Schmerzsignale immer weiter auszusenden. Das Gehirn kontrolliert die Nerven und sagt ihnen, wie sensibel sie sein sollen. Wenn es beunruhigt ist, fordert es „mehr Informationen“ von den peripheren Nerven, sodass sie mit mehr und mehr Schmerzimpulsen antworten um zu stimulieren, dass eigentlich kein physischer Grund für Schmerz existiert.
Nachrichten über den Schmerz gehen nicht nur zum Gehirn, sie gehen auch wieder zurück. Es ist diese Zwei-Wege-Funktionalität, die der Hauptunterschied zwischen früheren Überzeugungen über Schmerz und moderne Schmerzwissenschaft ist. Es gibt jetzt umfangreiche Beweise dafür, dass sich die peripheren Nerven physisch und chemisch verändern können.
Dies kann die Reaktion auf diese Hirnsignale, Gewebebedingungen oder beides sein. Deine Schmerzen werden nicht nur zunehmend „lauter“. Der Fibro-Schmerz „fühlt“ sich anders an – verändert sich.
Das ganze wird dadurch so koplex das wir nur fühlen was uns unser Gehirn erlaubt.
So können sogar „laute“ sensorische Botschaften fast nicht mehr zu hören sein da sie durch das zentrale Nervensystem gefiltert werden.
Umgekehrt können „ruhige“ sensorische Botschaften stark verstärkt werden, was die Intensität der Schmerzen, die du jetzt fühlst, verschlechtert. Die Qualität und Intensität der Schmerzerfahrung ist das Ergebnis all dieser neurologischen Filter.

Akuter Schmerz versus Chronischer Schmerz (Fibromyalgie-Schmerz)
Wir können also festhalten: Akuter Schmerz ist das Nebenprodukt von Gewebeverletzungen und anderen Körper-Schäden. Es ist der Schmerz, den wir fühlen, wenn Knochen gebrochen sind oder Sehnen zerrissen werden.
Chronischer Fibromyalgie-Schmerz, auf der anderen Seite, ist die Krankheit selbst! Es ist wie eine komplexe mathematische Gleichung bestehend aus: körperlichen, emotionalen, kognitiven, genetischen und anderen Umweltfaktoren, die zusammen irgendwie zu dem Endergebnis kommen, das uns in irgendeiner Weise verletzt, Tag für Tag..

Eigenschaften und Details von Chronischem Schmerz
Chronische Schmerzen können uns verändern. Sie verändern unser Verhalten, sogar unser Gehirn. Soweit das wir eine „andere Person“ werden können.
Die wahre Heilung erfordert eine erneute Verdrahtung dieser negativen Veränderungen in etwas Positives.
Man kann Veränderungen der Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung im Gehirn und bildlich darstellen.
Bestimmte Hirnregionen können eine „Überaktivität“ aufweisen. Diese Hirnareale können sich auch vergrößern.
Dann reagiert das Gehirn auf körperliche Schmerzreize „übertreiben“ im Vergleich zu Menschen, die keine chronische Fibromyalgie-Schmerzerkrankung haben. Auch scheinen „schmerzregulierende Gehirnzonen“, also Gehirnzentren, die das Schmerzempfinden dämpfen, sich abzubauen und damit inaktiver zu werden.
Dieses Missverhältnis zwischen „schmerzverstärkenden“ und „schmerzlindernden“ Arealen im Zentralen Nervensystem scheint die Ursache von chronischen Schmerzerkrankungen zu sein.
Was können wir tun um diesen Teufelskreislauf zu verlangsamen und vielleicht sogar zu stoppen?
Das ist nicht einfach. Aber machbar.

Behandlung von chronischem FS-Schmerz

Was wirkt generell schmerzlindernd?
Genrell, Lebenssituationen, in denen wir zufrieden, glücklich und entspannt sind. Auch wirken sich gute Beziehungen zwischen Menschen schmerzlindernd aus. Psychische Erkrankungen, wie Depressionen, Angststörungen und auch Traumatisierungen können Schmerzen im Körper auslösen. Es ist somit sinnvoll, die psychischen Belastungsfaktoren genauso ernst zu nehmen, wie die körperlichen Befunde.

Außerdem müssen wir lernen unseren Schmerz und unsere Angst zu minimieren. Als erstes müssen wir uns lernen besser zu entspannen und runter zu fahren. Das wirkt sich sofort auf unser überreiztes Schmerzempfinden aus.
Das Internet ist voll von allen möglichen Techniken und Therapien zur chronischen Fibromyalgie Schmerzbehandlung. Einiges davon ist sehr nützlich.
Die Techniken die ich nutze und gute Erfahrungen gemacht habe telle ich hier vor.
Die besten Ansätze sind gesamtheitlich: Bei diesen wird der ganze Mensch mit einbezogen. Dein Gehirn, dein Körper und deine Seele / Geist.

Lerne Deine Grenzen (Pacing)

Erfolgreiches Schmerzmanagement beginnt damit das du deine Grenzen kennen und akzeptieren lernst.
Es ist eine Kunst die richtige Dosis Aktivität und Bewegung zu finden: Sitzen, Stehen, Gehen, Sport etc.
Dann musst Du auch noch einschätzen ob es ein guter, schlechter oder mittelmäßiger Tag ist.
Wenn du deine Grenzen kennst und beachstest bist du wesentlich konstanter, ausgeglicherner und hast weniger Rückschläge.
Ansonsten überforderst du dich an einem guten Tag und bekommst dann die Rechnung und bist danach für mehrere Tage ausgenockt. Das fällt mir auch immer noch schwer. Vor allem mich selber zu aktzeptieren und dasauch meinem Umfeld verständlich zu machen.
Klar – manche Dinge oder Termine kann man nicht aufschieben. Eine weitere ehrausforderung ist

Aber! Wenn du es schaffst deine Grenzen zu studieren und daraus einen Plan abzuleiten bist du viel erfolgreicher.
Zum Bsp:
– Schlechter Tag = 10 Min aktiv // 1 Stunde Pause
– Mittelmäßiger Tag = 20 Min aktiv // 45 Min Pause
– Guter Tag = 45 Min aktiv // 20 Min Pause
So machst Du Deine Aktivität nicht von deinen Schmerzen abhängig sondern von deinen Erfahrungswerten gepaart mit einem Plan!
So kannst du dich langsam steigern und besser kontrollieren. Das ist viel besser als unkontrolliert mal Vollgas zu geben und dann wieder mit Rückschlägen zu kämpfen.
Deine Pausen kannst Du gut nutzen um aktiv zu relaxen: Gymnastik, Dehnen, Natur genießen, Mit Freunden chatten, Musik hören oder was immer dich wirklich entspannt.
Dein Fibro-Schmerztagebuch

Ein anderes mächtiges Werkzeug ist dein eigenes Schmerztagebuch. Warum?
Gründe:
– Möglichkeit deine Gedanken und Gefühle auszudrücken, festzuhalten und später zu analysieren und daraus Strategien und Taktiken abzuleiten.
– Muster erkennen die den Schmerz auslösen
– Klarer sehen wie sich dein Schmerzempfinden verhält und verändert.
– Hilft deinem Umfeld, deinem Dok oder Therapeuten dich besser zu verstehen.
– Du hast eine bessere Dokumentation deiner Fibromyalgie.
– Dadurch das du deine Gefühle zu Papier bringst fühlst du dich emotional ausgeglichener.
– Besser verstehen welche Behandlung wirkt und welche nicht.
Es wird oft gesagt das der Fibromyalgie Patient die wichtigste Person bei der Schmerztherapie ist.
Je detaillierter du Daten festhälst desto besser die mögliche Therapie. Ein weiterer sehr wichtiger Grund für ein Fibromyalgie Tagebuch ist die Kontrolle die du damit hast.
Du nimmst dein Schmerz-Management, deine Fibromyalgie, dein Leben wieder etwas mehr selber in die Hand. Das gibt dir ein stärkeres Gefühl der Sichrheit und Kontrolle.

Aber immer mit der Ruhe! Es macht wenig Sinn, jedes Mal wenn Du Schmerzen hast ausführliche Notizen zu maechen.
Am besten versuchst Du mal eine Woche detailliert festzuhalten. Jeden Tag 2-3 Einträge. zB über Dein Empfinden, Gedanken und Gefühle am Morgen, Mittag und Abend. So machst Du regelmäßige Einträge und nicht nur wenn Du eine Fibromyalgie Attake hast.
Dann schaust Du es Dir nach 3 Monaten zb an und merkst recht schenll was sich verändert hat.

Ziele, Steine und Sand

Wahrscheinlich hat Du ja schon eine Strategie entwickelt um am besten mit deinen Schmerzen zurecht zu kommen.
Das ist wichtig und richtig. Trotzdem ist es wichtig sich von Zeit zu Zeit neue Ziele zu setzen.
Mache Dir eine Liste von drei Sachen, die Du erreichen möchtest. Auch wenn sie so einfach sind wie „selber eine Tasse Tee machen“. Egal wie lächerlich das für andere klingen mag. Deine Ziele sind DEINE Ziele. Keiner außer Du selbst kann beurteilen, was du zurzeit schaffen kannst und was nicht.
Andere Ziele, wie „einen Freund besuchen“ müssen vielleicht geplant werden.
Was ist am wichtigsten für Dich? Darum kümmerst du dich wahrscheinlich am besten zuerst. Zuerst die Steine in Eimer, danach den Sand. So passt alles. Umgekehrt funktioniert das nicht.
An diesem Beispiel wird deutlich das du sehr genau planen musst um alles unter einen Hut zu bekommen.
Das ist eine große Herausforderung aber auch eine riesen Chance für Dich! Ich denke gerne an den Igel und den Hasen. Wir sind Dauerläufer, keine Sprinter. Und haben deshalb die Chance besonderes zu leisten.

Angemessene Bewegung
Obwohl es sich oft anders anfühlt, weil es so große Überwindung kostet sich überhaupt aufzuraffen, , wird sanfte Bewegung keinen körperlichen Schaden verursachen und hilft dir deinen Fibromyalgie-Schmerz zu bekämpfen.
Wenn ich meine Gymnastik und Dehnungsübungen nicht mache, ist der Schmerz am nächsten Tag viel schlimmer. Allerdings war das ein langer Weg.
Ich achte sehr darauf mich vorsichtig aufzuwärmen etc. Sobald Du in der Lage bist, jeden Tag ein bisschen Sport zu machen wirst Du feststellen wie viel besser es dir nachher geht.
Auch hier ist der bewusste Umgang mit Anspannung und Entspannung und die Dokumentation (Trainingsplan) wichtig. Auch wenn Du das erstmal vernachlässigst – wichtig ist das du dich jeden Tag ein bisschen bewegst.
Wenn du im Bett bleibst werden die Schmerzen schlimmer. Die richtige Balance zwischen sportlicher Aktivität (das kann auch leichtes tanzen sein oder jegliche Bewegung die dir etwas Freude macht) und Ruhe wird Wunder wirken. Glaube mir – ich habe das selber erlebt. Es ist halt nur so verdammt schwierig auf zu stehen und anzufangen.
Stress und Chronische Schmerzen

Jeder mit chronischen Schmerzen weiß, wie viel schlimmer es ist, wenn Emotionen überlaufen du gestress sind. Es ist ein bisschen so als ob unser Körper jegliche Stress-Signale in Schmerzen übersetzt.
Stress und die dazu gehörige Adrenalin-Ausschüttung ist normalerweise da, um uns zu helfen, zu fliegen, zu kämpfen zu frieren usw.
Doch bei uns Fibromyalgie-Schmerz-Patienten schützt uns der Stress und das Adrenalin nicht vor Gefahr oder macht uns richtig wach.
Stress kann uns enorme Schmerzen auslösen und verschlimmern. Chronische Schmerzen selbst können Stress auslösen – und so schließt sich der Teufelskreis.
Selbst Gedanken über den Schmerz und die ganze Wirkung auf unser Leben kann negativen Stress vergrößern. Durch die erhöhte Spannung wird wiederum Schmerz ausgelöst.
Deshalb ist Entspannung und ein möglichst niedriges Stresslevel so wichtig um möglichst wenig Schmerzen zu verspüren.
Mögliche Stressfaktoren:
– Verständnisloser Partner oder Freunde
– Pflege anderer Person
– aufwändiges Haustier
– komplizierte Lebensumstände
– großer Haushalt & Hausarbeit
Versuche soweit möglich, Stress auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Du wirst auf manche Dinge verzichten müssen. Das zu ändern kann Jahre dauern. Aber es zahlt sich aus. Du wirst weniger Fibromyalgie Schmerz-Schübe haben.
Entspannungstechniken

Entspannung ist noch wichtiger, wenn man mit chronischen Schmerzen lebt. In der Kategorie BEWEGUNG werde ich in Zukunft unterschiedliche Entspannungstechniken vorstellen.
Mir hilft autogenes Training und Gymnastik und vorsichtiges Dehnunen sehr gut.
Ich hoffe hier waren einige Tipps für Dich dabei. Denk bei den ganzen Ratschlägen daran, geduldig und freundlich mit dir selber zu sein und das was dir am besten gefällt, langsam in deinen Alltag einzubauen.
Hast Du weitere Anregungen oder Ideen? Ich freue mich über einen Kommentar oder eine Nachricht von Dir.

10 DINGE mit denen du SOFORT aufhören musst!

10 DINGE mit denen du SOFORT aufhören musst!

Als bei mir Fibromyalgie diagnostiziert wurde, war ich natürlich erst einmal überfordert. Man weiss von anderen Krankheiten die es so gibt, dass man bestimmte Medikamente einnimmt und dann geht es einem besser. Leider ist das bei der Fibromyalgie nicht ganz so einfach. Natürlich unterstütze ich meinen Körper mit verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln und der richtigen Ernährung, damit es ihm besser geht. Aber leider gibt es keine Wunder-Pille, die mich entlastet.

Gibt es denn gar nichts, dass man tun kann um deine Fibromyalgie Symptome zu lindern?

Es gibt sogar eine Menge das du tun kannst. Ich will dir 10 Dinge vorstellen, die du umsetzen solltest in deinem Leben..und ich verspreche dir, dass es dir besser gehen wird.

  1. Hör auf deine eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund zu stellen! – Das hört sich jetzt erst mal recht egoistisch an. Aber besonders wenn du an einer chronischen Krankheit leidest, ist es sehr wichtig erst mal auf sich selbst zu hören und sich im diese Dinge zu kümmern. Nur dann findest du deinen persönlichen Rhythmus mit der Krankheit umzugehen, ohne dass dein Umfeld dich beeinträchtigt.
  1. Hör auf Zeit mit Menschen zu verbringen, die dir nicht guttun! – Der negative Stress anderer Menschen färbt sich automatisch auf dein Stress-Level ab, was wiederum Schmerzen auslöst. Deshalb meide Menschen, die dir diesen negativen Stress verursachen und konzentriere dich auf die Menschen, die dir guttun.
  1. Hör auf immer für alle da sein zu wollen! – Ich weiss aus eigener Erfahrung, „NEIN“ zu sagen fällt sehr schwer. Man ist ja sowieso schon immer der „Freak“, der mit der chronischen Krankheit und der immer ausfällt. Umso natürlicher ist der Wunsch es unserem Umfeld so recht wie möglich zu machen. Das ist aber nicht gut für unser Nerven-Level. Du musst lernen bewusst Nein zu sagen. Wir können nicht immer für alle da sein.
  1. Hör auf dich selbst zu betrügen! – Du bist krank, daran kann man nichts ändern. Du fühlst dich nicht großartig. Und wenn dich jemand fragt, wie es dir geht, dann sag nicht einfach nur „ok“, sondern sei ehrlich. Auch mit dir selbst. Die Wahrheit ist, es geht dir nicht gut und du leidest an einer chronischen Krankheit. Je mehr du dich damit arrangierst, desto entspannter wirst du. Die Krankheit ist ein Teil deines Lebens. Es wird sicher nicht besser, wenn du dir immer wieder einredest dass alles in Ordnung ist, wenn es das nicht ist.
  1. Hör auf damit Zeit zu verschwenden, dich anderen immer wieder zu erklären! – Wahre Freunde, die wollen wirklich wissen, was mit dir los ist und die beschäftigen sich auch von alleine mit dem Thema Fibromyalgie, weil sie dich lieben und wissen wollen was dir fehlt. Dem Rest deines Umfeldes ist es eigentlich egal..so hart das auch klingt. Mach dir nicht die Mühe ihnen erklären zu wollen, warum es dir so schlecht geht. Die fehlende Reaktion und die nicht erfüllten Erwartungen werden dich nur runter ziehen.
  1. Hör auf an der Vergangenheit festzuhalten! – Du wirst nicht wieder dahin kommen wo du mal warst. Du wirst nicht mehr die Energie zurückbekommen. Mit Fibromyalgie haben wir neue Grenzen und in denen müssen wir lernen uns zu bewegen. Die Grenzen der Vergangenheit gelten nicht mehr. So ist das leider. Die Zeit ist nicht zurückdrehbar. Konzentriere dich vielmehr auf das was vor dir liegt.
  1. Hör auf dich von alten Fehlern runterziehen zu lassen! – Schuld ist unser ständiger Begleiter. Aber du musst aufhören Schulden der Vergangenheit weiter mit dir rumzutragen. Damit schadest du dir nur selber und vor allem deiner Gesundheit. Noch einmal: Konzentriere dich auf deine Zukunft und das was vor dir liegt. Lass Vergangenes hinter dir.
  1. Hör auf, auf andere eifersüchtig zu sein! – Eifersüchtig auf jemanden zu sein, geht sehr schnell…jemand ist schöner, schlanker, erfolgreicher, gesünder als ich… und schon bin ich eifersüchtig. Eifersucht frisst einen von ihnen auf und macht dich zu einem Menschen, der du eigentlich nicht sein willst. Und es schadet deiner Gesundheit. Konzentriere dich vielmehr auf das Gute. Denn wir können unserem Gegenüber auch nur von den Kopf schauen und wissen gar nicht, mit was er alles zu kämpfen hat oder welcher Grenzen er hat. Dieser Gedanke hilft dir vielleicht eifersüchtige Charakterzüge zu bekämpfen.
  1. Hör auf dich selbst zu bemitleiden! – Natürlich…wir alle bemitleiden uns manchmal selbst und brauchen das auch gelegentlich..aber bitte nicht länger als 5 Minuten. Und vor allem nur mit dir selbst. Und dann wieder Kopf nach oben…es gibt auch viele positive Dinge in unserem Leben trotz chronischer Krankheit. 😉
  1. Hör auf immer alles perfekt machen zu wollen! – Es ist in Ordnung nicht perfekt zu sein. Natürlich könnten wir ohne unsere Krankheit manche Dinge perfekter machen. Der Punkt ist aber, dass wir uns mehr auf die Realität konzentrieren sollten, statt auf Perfektionismus. Wenn ich mir immer wieder einrede ich versage oder ich könnte es eigentlich besser, stresst mich das und macht mich im Endeffekt nur noch kränker.

Das sind grundlegende Dinge, die du mit der Zeit an deiner Persönlichkeit verändern kannst. Sie werden dir etwas den Stress aus dem Leben nehmen und damit weniger Schmerzen erzeugen. Ganz ehrlich…mir gelingt das auch mal mehr und mal weniger. In den tiefen Abgründen meiner Depression mache ich meistens alle diese 10 Punkte gleichzeitig falsch. Und dann versuche ich wieder einen nach dem anderen umzusetzen. Mit der Zeit sehe ich dann wieder Licht am Himmel und komme zur Ruhe.

Was ist dein Punkt an dem du ab heute arbeiten möchtest?

Ich will mir wieder mehr vornehmen mich mehr auf die Menschen zu konzentrieren, die mir gut tun und mich nicht mehr von denen runterziehen lassen, die mich belasten. Mal sehen ob es mir gelingt. 🙂 Ich bin gespannt zu erfahren, was deine Ziele sind. Lass es mich wissen!

Ich bin nicht krank… Ich habe Fibromyalgie!

Ich bin nicht krank… Ich habe Fibromyalgie!

Mein Kampf gegen Fibromyalgie beginnt jeden Tag neu. Alltägliches wird zu einer Schlacht voller Gefahren und ohne zu wissen wo man als nächstes hingerät und was man als nächstes trifft. Ich befinde mich in einem Unendlichkeitskreis von Symptomen. Jedes Hindernis wird neu berechnet um das größtmögliche Risiko zu vermeiden…aber leider ist das Ergebnis nie vorhersehbar, egal wie hart ich es versuche.

Es gibt viele Symptome der Fibromyalgie. Dazu gehören:

– Chronische Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe oder Engegefühl

– Chronische schwere Ermüdung und verringerte Energie

– Schlaflosigkeit oder das Gefühl am morgen genauso müde zu sein, wie als man schlafen ging

– Steifheit nach dem Aufwachen oder nach langen aufhalten in einer Position

– Schwierigkeiten beim Erinnern, Konzentrieren und Durchführen einfacher mentaler Aufgaben („fibro fog“)

– Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit und Verstopfung

– Chronische Verspannungen oder Migräne-Kopfschmerzen

– Empfindlichkeit gegen Gerüche, Geräusche, helle Lichter, Medikamente, bestimmte Lebensmittel und Kälte

– Angst und Depression

– Taubheit oder Kribbeln im Gesicht, Arme, Hände, Beine oder Füße

– Ein Gefühl der Schwellung (ohne wirkliche Schwellung) in den Händen und Füßen

– Kiefer und Gesichtsschmerzen

– Costochondritis, Entzündung des Knorpels, die eine Rippe mit dem Brustbein verbindet

Ich kämpfe jeden Tag gegen Schmerzen und Müdigkeit. Das sind nicht einfach nur Kopfschmerzen oder ich bin nur ein bisschen müde…das ist ein Körper voller Schmerzen, wie wenn du eine heftige Grippe hast. Das ist eine Müdigkeit, wie wenn du 48 Stunden lang nicht geschlafen hast. Und das JEDEN TAG. Ein Tag an dem du krank im Bett liegst, kannst du ein wenig nachempfinden, was mein täglicher Alltag ist…so lebe ich.

Wie sieht der Alltag bei mir aus?

Die Schmerzen rasen durch meinen Körper, als wäre ich ein Flipperautomat. Meistens geht das über mehrere Stunden hinweg. Meine Beine fühlen sich an als wären 100-kg Gewichte daran festgeschnallt. Normalerweise habe ich keine Probleme zu laufen. Wenn es sich aber so anfühlt, als würde man eine Tonne Ziegelsteine mitschleppen, ist dass Laufen nicht mehr so leicht. Ein Acht Stunden Arbeitstag fühlt sich an wie ein Marathonlauf.

Die Liste könnte ich jetzt noch weiter ausführen. Gerade jetzt in diesem Moment des Schmerzes existiere ich, im Bett liegend, und versuche mich vom Dauerschmerz abzulenken. Und wie soll es morgen weitergehen? Wie schaffe ich es Arbeit, Alltag, Haushalt,… unter einen Hut zu bringen ohne am Tag darauf wie voll auszufallen?

Alles muss berechnet werden nach Energie und Grenzwerten. Eine falsche Berechnung kann einen wieder komplett für ein paar Tage umhauen. Ein täglicher Drahtseilakt mit dem Körper und seinen Möglichkeiten.

Wie soll man das jemandem erklären, der diese Krankheit und seine Auswirkungen auf den Körper nicht hat?

Das ist leider sehr schwer. Ich habe mich daran gewöhnt stets zu antworten: „Ich fühle mich nicht gut, danke der Nachfrage“, anstatt zu versuchen, einige der unzähligen Symptome, die ich ich in diesem Moment fühle, zu erklären.

Manchmal möchte der ein oder andere dann doch gern man wissen, warum ich gestern wieder „krank“ war. Meistens spiele ich dich Sacher herunter. Aber ein Teil von mir möchte die Wahrheit rausschreien. Aber wie soll man das anfangen? Oft höre ich „ die Freundin meiner Mutter hat das auch“. Aber im Endeffekt haben sie trotzdem keine Vorstellung davon WAS Fibromyalgie ist.

Es ist nicht einfach nur eine Krankheit wie Grippe, die man hat und dann wieder weg geht.

In Zukunft werde ich antworten: „Ich habe eine zentrale Störung des Nervensystems, die starke chronische Schmerzen und Müdigkeit verursacht.“ Das hört sich erst einmal krass an… aber das ist Fibromyalgie ja auch. Mein Ziel: Meinem Umfeld klar machen, was Fibromyalgie für Auswirkungen auf mein Leben hat. Es hat die Macht Leben zu zerstören. Es verursacht Probleme in meinem Körper, deren Behandlung von keiner Versicherung abgedeckt wird. Es macht aus meinen Freunden und meiner Familie Skeptiker. Es macht, dass Leute in meinem Umfeld denken ich bin ein Lügner und faul. Noch schlimmer…es macht mich das selbst glauben. Es versucht meinen Job, meine Beziehungen, meine Liebe und Leidenschaft für das Leben zu nehmen.

Und deshalb möchte ich dass alle wissen:

Ich bin nicht krank. Ich habe Fibromyalgie!

 

REISEN MIT FIBROMYALGIE – WIE??

REISEN MIT FIBROMYALGIE – WIE??

Ich liebe es zu Reisen. Fremde Länder und neue Kulturen kennenlernen. Unterschiedliches Essen genießen. Unterwegs zu sein. All das mag ich wirklich gerne. Leider ist das Reisen mit meiner Fibromyalgie-Erkrankung nicht so leicht.

Warum kann das Reisen mit Fibromyalgie kompliziert werden?

Naja, da wäre einmal, dass man nie wirklich weiss wie es einem am nächsten Tag geht. Was ist wenn ich ich unterwegs einen Schmerzschub bekomme? Oft habe ich auch einfach Angst, dass meine Kraft für eine anstrengende Reise nicht ausreicht.

Vor der Reise hat man Packstress bis man dann endlich im Auto, Bus, Bahn oder Flugzeug sitzt. Meistens kommen vor der Reise noch irgendwelche Themen hoch, die noch dringend vorher geklärt werden müssen. Dann sitzt man endlich und es geht los. Aber je nachdem sitzt man ganz schön lang…was unseren Muskeln auch nicht wirklich guttut.

Endlich angekommen im Land der Träume hofft man dann, ein wenig zur Ruhe zu kommen. Ich weiss nicht, wie es dir damit geht… aber ich brauche immer erst einmal ein bisschen Zeit mich auf die neue Umgebung einzustellen. Und leider ist es mir auch schon oft so ergangen, dass ich zur Ruhe gekommen bin und mein Körper dann erst recht angefangen hat zu schmerzen.

Heisst das jetzt ich sollte besser Zuhause bleiben und gar nicht wegfahren?

Viele, die an einer chronischen Krankheit leiden entscheiden sich dafür. Sie fühlen sich in ihrer eigenen Umgebung am wohlsten. Wissen was zu tun ist wenn der Schmerz kommt. Sind in ihrer Routine. Mir geht es oft nicht anders. Ich will zwar weg aber die Angst vor den Konsequenzen ist manchmal zu groß. Auch die Angst, dass ich die Reise dann gar nicht so genießen kann, wie ich das eigentlich möchte, da mich die Fibromyalgie in so vielen Dingen einschränkt.

Seit Monaten habe ich eine Reise nach Bolivien geplant. Du musst wissen, Bolivien ist von meinem Zuhause nicht ganz so weit weg. Aber nach eine Phase mit viele Schmerzen und Depressionen, habe ich mir diese Reise nicht zugetraut. Die Angst war zu groß.

Doch dann, habe ich mich doch anders entschieden. Gemäß meinem Lebensmotto: „Ich lasse mich nicht von meiner Krankheit beherrschen“ sind wir zum Busterminal und haben uns unsere Bustickets nach Bolivien gekauft. 4 Wochen waren wir in ganz Bolivien unterwegs.

Ich habe nicht nur viele tolle Naturwunder gesehen und lecker gegessen…ich habe vor allem eine wichtige Erkenntnis für mich herausrausgefunden, wie ich Reisen kann mit Fibromyalgie.

Meine besten Tipps hier für dich:

  1. Mit das Wichtigste ist eine gute Planung deiner Reise. Wo will ich hin? Wie komme ich dahin? Wie viel Aufwand bedeutet das für mich? Je mehr du über das Land oder den Ort kennst, desto entspannter wirst du sein. Weil du dann innerlich weisst, was dich erwartet. Ganz wichtig: Plane Tage ein an denen du dich ausruhen und entspannen kannst. Jeder ist da ja auch unterschiedlich. Ich zb gehe dann gerne auch wandern, bin aktiv unterwegs..aber das kann ich nicht jeden Tag machen, sonst bin ich schnell am Ende meiner Kräfte angelangt. Und dann kannst du deine Reise gar nicht so genießen. Aber überplan dich auch nicht. Mach dich nicht verrückt. Die beste Momente erlebt man auf Reise sowieso meistens dann, wenn man es nicht erwartet. 😉 Man muss sich nur drauf einlassen.
  2. Such dir eine Unterkunft, in der du dich wohlfühlst und du gut schlafen kannst. Schlaf ist für mich sehr wichtig. Nur wenn ich gut schlafe, habe ich genug Power für diese Reise. Wenn ich mich sicher fühle, dann bin ich entspannt. Und sollte ich Schmerzen bekommen, habe ich einen Ort an dem ich mich ausruhen kann. Woher weiss ich, welche Unterkunft gut ist? Hostelworld.de oder Booking.com ist voll mit Unterkünften und vor allem Bewertungen. Steht da zB. „Immer viele Leute“, „schöne Bar“, „tolle Stimmung“,..dann kann es sein, dass es in diesem Hostel eher laut werden kann und du nicht so deine Ruhe findest. Auf unserer jetzigen Reise waren kleine Familienunternehmen die besten Unterkünfte. Die Zimmer waren sauber und bequem. Es war nicht zu laut. Aber es gab trotzdem alles. Ausserdem versuch eine Unterkunft zu finden, die im Zentrum der Stadt oder des Ortes bist. So musst du nicht weit laufen um tolle Momente zu genießen.
  3. Achte auf deine Ernährung, auch wenn du unterwegs bist. Das ist für mich manchmal das schwierigste. Jeder andere, der Urlaub macht, der genießt dann richtig. Im Urlaub darf auch mal gesündigt werden..da ein Cocktail, Junkfood,…etc. Aber wir Fibromyalgie-Patienten dürfen uns keine Sünde erlauben. Denn jede Sünde ernähungstechnisch gesehen, kann einen Schmerzschub auslösen. Das bedeutet also, man sollte sich schon vor der Reise informieren, ob es in dem jeweiligen Land oder Ort genug Alternativen gibt. Wenn nicht, dann muss ich ggf etwas aus meiner Heimat mitnehmen. Ich habe mir zB Glutenfreies Brot mit nach Bolivien genommen und eine Müslimischung, damit ich immer etwas zum frühstücken hatte und nicht hungern musste. Meine erste Frage war immer, wo ist der nächste Markt um mir frisches Obst und Gemüse zu kaufen. Du willst ja im Urlaub trotzdem genießen und es gibt da viele Möglichkeiten. Und auch wenn das mit mehr Arbeit verbunden ist, zieh es durch. Nur mit der richtigen Ernährung hast du genügend Kraft für deine Reise.
  4. Hör auf deinen Körper und kenne deine Grenzen! Je nachdem hat man viele Angebote an Unternehmungen. Dort kann man gut wandern, der Strand ist schön zum schwimmen, hier kann man noch eine Tour machen. Das kann aber manchmal auch zu viel werden. Man kann leider nicht alles mitnehmen, vor allem wenn man auf seine Kräfte achten muss so wie wir. Das kostet natürlich manchmal auch was NEIN zu sagen zu einer tollen Tour. Aber nur wenn du dich innerhalb deiner Kraftgrenzen hältst, wirst du deine Reise genießen können. Also höre auf die kleinen Zeichen, die dir dein Körper schickt. Und gib ihm genug Zeit sich zu entspannen. Am nächsten Tag hast du dann wieder Reserven für ein neues Abenteuer.

Das waren jetzt einige Tipps, die mir in dieser Reise besonders geholfen haben. Und ich konnte die Reise gerade deshalb absolut genießen. 🙂 Natürlich reist jeder unterschiedlich, hat andere Vorstellungen von Erholung und Abenteuer. Ich liege auch manchmal einfach gerne 2 Wochen am Strand und mache nichts. Aber auch bei dieser Art Urlaub, muss man sich an gewisse Regeln halten, um seinen Körper schmerzfrei und fit zu halten.

Wie sieht dein Urlaub aus? Was unternimmst du gern? Hast du auch noch tolle Tipps für meine nächste Reise?

Ich freue mich auf deine Gedanken. 🙂

Stefanie